Prof. Dr. Matthias Augustin

Direktor des Instituts für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf


  • Mitgründer des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) der Universität Hamburg, einem der größten gesundheitsökonomischen Zentren in Deutschland, und des Institutes für Strategische Analysen in der Dermatologie (IStAD).
  • Er ist Vorsitzender des Deutschen Wundrates (DWR) und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Präventionsforschung und -Praxis (DGPF).
  • Als Berater für über 30 medizinische Gesellschaften, Verbände, Krankenkassen und Unternehmen im Gesundheitssektor weist er eine langjährige Expertise in der strategischen Planung gesundheitlicher Versorgung auf.
  • Herausgeber und Autor von 24 medizinischen Fachbüchern und von über 350 wissenschaftlichen Publikationen.
  • Mitglied von über 20 nationalen und internationalen medizinischen Gesellschaften und im Herausgebergremium von 5 medizinischen Fachzeitschriften.
  • Im Rahmen des renommierten „Eppendorfer Dialog zur Gesundheitspolitik“ lädt er zweimal jährlich namhafte Experten des Gesundheitswesens zu einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung in das UKE ein.

Thesen seines Vortrages "Betroffene Leistungen, Leistungskomplexe und Versorgungsbereiche – Praxis und wissenschaftliche Evidenz für den fachärztlichen Bereich Herausforderungen und Lösungen aus fachärztlicher Sicht":

Hamburg als Gesundheitsmetropole weist viele Facetten der fachärztlichen Versorgung auf, an denen Chancen und Grenzen ambulanter Medizin deutlich werden. Wesentliche Treiber ambulanter Versorgungspotentiale sind medizinische Innovationen, die den ambulant-stationären Übergang begünstigen oder sogar eine primär ambulante Versorgung bei Indikationen ermöglichen, die früher stationärer Therapie vorbehalten waren. Zu diesen Technologien gehören moderne operative Verfahren, innovative Arzneimittel wie auch weiterentwickelte Medizinprodukte. Beispielhaft für die Chancen der ambulanten Medizin seien dementsprechend mikroinvasive Verfahren, Biologika bei chronischen Entzündungserkrankungen und Kommunikationssysteme, z.B. telemedizinische Systeme für Patienten mit chronischen Wunden genannt. Alle diese Optionen können stationäre Behandlungen verkürzen oder ersetzen helfen.

 

Voraussetzung ist allerdings neben der sachgerechten Durchführung der unmittelbaren therapeutischen Leistungen eine Optimierung der organisatorischen Verläufe. Frühzeitige Interventionen durch rechtzeitige und korrekte Indikationsstellung sind hier ebenso von Bedeutung wie die standardisierte Nachsorge akuter Interventionen und die systematische Langzeitbetreuung chronisch Kranker. Der Kommunikation und Kooperation zwischen Fachärzten und Hausärzten kommt dementsprechend eine zentrale Rolle zu.

 

Moderne ambulante Medizin ist somit keine fachärztlich oder hausärztlich dominierte Versorgung, sondern eine laufende, situationsgerechte Abstimmung zwischen beiden Versorgungsbereichen. Auch die nicht-ärztlichen Versorger wie Pflegedienste spielen in einer verbesserten Gesamtversorgung eine große Rolle. Austausch und sofortige Verfügbarkeit von Patientendaten wie auch der Transfer von Fachwissen zwischen Fach- und Hausarzt sind auf Patientenebene unerlässlich. Am Beispiel von telemedizinischen Anwendungen sowie anhand von Projekten vernetzter Versorgung in Hamburg ist dies mit praktischen Beispielen zu untermauern.


Die Präsentation des Vortrages finden Sie unter Download Materialien.