Daniel Zehnich

 

Direktor Gesundheitsmärkte & Gesundheitspolitik, Deutsche Apotheker- und Ärztebank


Nach der Ausbildung zum Bankkaufmann bei der VoBa Marl-Recklinghausen studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Anschließend bekleidete er für die apoBank die Position des Abteilungsleiters Gremienbetreuung im Vorstandsstab. Heute ist er hier Direktor Gesundheitsmärkte & Gesundheitspolitik.


Junge Ärzte – lohnt sich die eigene Praxis heute noch?

Gegenstand des Vortrags ist die Frage, inwieweit die wirtschaftliche Selbständigkeit auch für die junge Heilberufsgeneration ein Modell der Zukunft sein kann. So ist auf Basis aktueller Prognosen davon auszugehen, dass sich die Struktur des ambulanten Versorgungsangebots trotz steigender Arztzahlen u.a. durch einen anhaltenden Trend zur Anstellung grundlegend verändern wird. Dabei ist die Entscheidung gegen die Selbständigkeit laut einer apoBank-Studie vor allem durch vier Faktoren geprägt: Das finanzielle Risiko, die Arbeitsbelastung, die Bürokratie und die unternehmerischen Aspekte. Diese können aber, bei genauerem Hinsehen, durch die geringe Zahl der Insolvenzen und die positiven Honoraraussichten, die vielfältigen Kooperations- und Berufsausübungsformen, die Digitalisierung und ein damit verbundenes effizientes Datenmanagement sowie die Vorteile der alleinigen Entscheidungsfreiheit entkräftet werden.

 

Wir als apoBank sehen im Ergebnis, dass die Anforderungen dieser jungen Generation von Heilberuflern in Form von Work-Life-Balance, Gestaltungsspielraum und Selbstverwirklichung sehr wohl durch die Selbständigkeit abbildbar sind und darüber hinaus der Grundsatz der Freiberuflichkeit, der diesen Berufsstand seit Anbeginn maßgeblich prägt, vollends ausgelebt werden kann. Unser Ziel muss es sein, den jungen Ärzten die Angst vor der Selbständigkeit zu nehmen, das Informationsdefizit mit Wissen aufzufüllen und das Berufsbild in die Moderne zu tragen – nur dann hat die eigene Praxis Zukunft.