Prof. Dr. Rüdiger Jacob

Akademischer Direktor im Fach Soziologie/Empirische Sozialforschung an der Universität Trier


Studium der Soziologie, Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre, Abschluss M.A. 1990, promovierte 1993 mit dem Thema "Krankheitsbilder und Deutungsmuster. Wissen über Krankheit und dessen Bedeutung für die Praxis". Habilitation 2006: "Sozial- und Gesundheitsberichterstattung". Ernennung zum außerplanmäßigen Professor 2011. Thematische Schwerpunkte seiner Lehre sind die Methoden und Techniken empirischer Sozialforschung, Sozialstrukturanalyse und Sozialindikatoren, Wissenschaftstheorie,
Medizinsoziologie und Gesundheitswissenschaften sowie Allgemeine Soziologie. Er forscht zur Medizinsoziologischen und sozialepidemiologischen Forschung, Ärzte- und Patientenbefragungen, Gesundheitssurveys, Gesundheitsberichterstattung und Versorgungsforschung, Lebensqualitätsforschung, Siedlungssoziologie und Regionalforschung und Arbeitsbedingungen und Belastungsfaktoren in systemrelevanten Dienstleistungsberufen.


Die Vorstellungen der jungen Generation und ihre Implikationen

Die Mehrheit der Medizinstudenten ist weiblich - der Frauenanteil liegt 2015 bei deutlich über 60%, 1990 dagegen noch bei 44%. Dieser Wandel in der Geschlechtsstruktur hat Konsequenzen für die Berufsperspektiven der künftigen Ärzteschaft. Insbesondere die Ärztinnen streben eine Beschäftigung in Teilzeit an (für 77% der Frauen, aber nur 32% der Männer ist dies eine Option), was auch darauf zurückzuführen ist, dass für fast alle Befragten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig ist. Generell sind angestellte Tätigkeiten sehr attraktiv, auch die Niederlassung als Facharzt ist für die Mehrheit eine Option (jeweils rund drei Viertel äußeren entsprechende Aspirationen). Dagegen erwägt nur ein gutes Drittel eine freiberufliche Tätigkeit in der hausärztlichen Versorgung, 10% haben großes Interesse an einer Weiterbildung in Allgemeinmedizin. Bei einer Niederlassung kommt eine Einzelpraxis kaum noch in Frage, die künftigen Ärzte bevorzugen die Arbeit in einem größeren Team. Ländliche Regionen sind als Wohn- und Arbeitsregionen nur für eine Minderheit attraktiv. Insgesamt zeigt sich bei der Präferenz für spätere Arbeitsorte eine ausgeprägte Heimatorientierung (bezogen auf die Herkunftsbundesländer).