Prof. Dr. Leonie Sundmacher

Leiterin des Fachbereichs Health Services Management an der Fakultät für Betriebswirtschaft der Munich School of Management


  • Studium der Volkswirtschaftslehre, Gesundheitsökonomie und Politikwissenschaft an der University of York und an der Freien Universität Berlin
  • 2010 Promotion im Fach Wirtschaftswissenschaften an der Technischen Universität Berlin
  • 2012 bis 2013 Juniorprofessur für das Fachgebiet Versorgungsforschung und Qualitätsmanagement im ambulanten Sektor an der Technischen Universität Berlin
  • Seit Oktober 2013 Leitung des Fachbereichs Health Services Management an der Fakultät für Betriebswirtschaft der Munich School of Management
  • Ihr Forschungsschwerpunkt ist Management im Gesundheitswesen, insbesondere intersektorales Qualitätsmanagement und regionale Versorgungsforschung

Thesen ihres Vortrages "Wechselwirkungen zwischen der ambulanten und stationären Versorgung - Gibt es einen Zusammenhang?":

Im seinem Gutachten aus dem Jahr 2012 empfahl der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) die Erhebung von Qualitätsindikatoren für den ambulanten Sektor mit dem Ziel, Informationen als Grundlage für einen Qualitätswettbewerb zu generieren. Die Quantifizierung von Qualität im ambulanten Sektor stellt Forscher jedoch vor drei zentrale Herausforderungen: (i) Es werden zuvorderst Patienten mit chronischen Leiden ohne eindeutigen Endpunkt im ambulanten Sektor behandelt; (ii) viele ambulante Versorger sind für einen Patienten zuständig, so dass
die Verantwortlichkeit (accountability) des einzelnen Versorgers schwer abgrenzbar ist; (iii) die Fallzahl auf Praxisebene ist zumeist klein (Inferenzproblem). Vor diesem Hintergrund empfahl der SVR die Erhebung von risikoadjustierten Krankenhausfällen, die durch Zugang oder Qualität im ambulanten Sektor vermieden werden können auf der Ebene kleiner Regionseinheiten.

Der Vortrag zeigt, dass Vertragsärztedichte und EBM-Punkte für bestimmte Diagnosen mit Hospitalisierungen infolge von ambulant-sensitiven Diagnosen innerhalb räumlicher Modelle korrelieren. Die Korrelationen sind jedoch nicht linear, sondern folgen einer abnehmenden Grenzrate. Ceteris paribus muss man in Kreisen mit einem hohen EBM-Niveau demzufolge mit sogenannter “flat of the curve medicine” rechnen. Darüber hinaus stellt der Vortrag einen neu erarbeiteten Katalog ambulant-sensitiver Krankenhausfälle für Deutschland vor und zeigt wie die Ärzte, welche an der Delphi-Analyse teilnahmen, die Vermeidbarkeit der Krankenhausfälle einschätzen. Zuletzt wird beschrieben, wie sogenannte “natürliche“ Netzwerke ambulanter Vertragsärzte auf Grundlage von Kassendaten identifiziert und als Einheit der Qualitätsmessung genutzt werden können. Die Informationen zu den Netzwerken und Outcomes können
für Vertragsärzte nützlich sein, da sie dokumentieren, mit welchen Ärzten ein Vertragsarzt Patienten teilt und welche Zusammenarbeit mit relativ guten Outcomes einhergeht.


Die Präsentation des Vortrages finden Sie unter Download Materialien.