Prof. Dr. Jonas Schreyögg

Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre und Management im Gesundheitswesen an der Universität Hamburg


  • Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Management im Gesundheitswesen an der Universität Hamburg
  • wissenschaftlicher Direktor des Hamburg Center for Health Economics (HCHE), mit ca. 60 Wissenschaftlern eines der größten Zentren für gesundheitsökonomische Forschung in Europa
  • assoziierter Forscher an der Stanford University
  • Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen
  • Mitglied in verschiedenen wissenschaftlichen Beiräten
  • 2009 - 2010 Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Health Services Management an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Abteilungsleiter am Helmholtz Zentrum München
  • 2008 Habilitation
  • 2007 - 2008 Juniorprofessor an der Technischen Universität Berlin
  • 2006 - 2007 war Herr Schreyögg Harkness Fellow an der Stanford University.
  • Er erhielt ein Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie zahlreiche Preise und Forschungsstipendien.
  • Lehr- und Forschungsaufenthalte in Norwegen, Singapur, Taiwan und den USA.

Thesen seines Vortrags "Die Ambulantisierung der Gesundheitsversorgung – Stand der Forschung und notwendige Weiterentwicklung":

1. Definition von Ambulantisierung i.w.S.: Substitution oder Vermeidung stationärer Leistungen durch Erbringung ambulanter Leistungen


2. Formen der Ambulantisierung: Derzeitiger Stand und Potenzial
a) Substitution von terminierbaren therapeutischen und diagnostischen Interventionen: Das Potenzial ist in
Deutschland, vor allem auch im Vergleich zu anderen Staaten, bei weitem noch nicht ausgeschöpft, auch wenn die Ambulantisierung in den letzten Jahren deutlich vorangeschritten ist.
b) Substitution von Fällen des ärztlichen Notdienstes und Notfällen in Krankenhäusern: in Regionen, in denen der kassenärztlichen Notdienst weniger Fälle erbringt steigt die Zahl der Notfälle in Krankenhäusern und umgekehrt.
c) Vermeidung von stationären (Not)fällen durch Gewährleistung einer leistungsfähigen und qualitativ hochwertigen ambulanten Versorgung: erste Studien zeigen auch für Deutschland, dass eine hochwertige ambulante Versorgung substanziell stationäre Einweisungen vermeiden kann.


3. Fazit: Potenziale zu Ambulantisierung in Deutschland müssen besser ausgeschöpft werden. Es existieren eine Reihe von positiven (Vergütungs)anreizen zu Ambulantisierung, allerdings existieren auch entscheidende Hürden, z.B. die höheren ambulanten Arzneimittelpreise bei internistischen Leistungen. Hürden zur Ambulantisierung müssen im Vergütungssystem konsequent abgebaut werden. Gleichzeitig sollte bei steigenden ambulanten OPs, genauso wie bei stationären Eingriffen, die Indikationsqualität gemessen und hinterfragt werden. Die Planung und Steuerung von Notfallsystemen sollte verbessert werden.


Die Präsentation des Vortrages finden Sie unter Download Materialien.