Dr. med. Monika Schliffke

Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein


1970-1976 Studium der Medizin in Hannover, anschließende Approbation als Ärztin (1977). Frau Dr. Schliffke ließ sich 1982 in Ratzeburg nieder. 2000 bis 2003 absolvierte sie ein Fernstudium Gesundheitsökonomie, Abschluss mit Diplom. 1998 beginnt mit ihrer Arbeit als Kreistellenvositzende Kreis Herzogtum Lauenburg ihre berufspolitische Tätigkeit. Seit 2000 ist sie weiterhin Abgeordnete für den Kreis Herzogtum Lauenburg. Frau Dr. Schliffke war Gründungs- als auch Vorstandsmitglied des Praxisnetzes Herzogtum Lauenburg e.V. (2004 bis 2012). In der Abegordnetenversammlung der KVSH bekleidete sie 2010 bis 2012 das Amt der stellvetretenden Vorsitzenden. Seit Juli 2012 ist sie Vorstandsvorsitzende der KVSH.


Unterschiede der Problemlagen und Lösungsansätze in Stadt und Land

Die Ausgangslage zur Sicherstellung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung hat sich in den letzten Jahren entscheidend verändert. Insbesondere in der Allgemeinmedizin ist allein durch Erreichen des Pensionsalters ein Rückgang von 30% der Praxen zu erwarten, von denen in Schleswig-Holstein bei nur etwa der Hälfte eine realistische Nachbesetzungschance besteht. Die Demographie lässt zudem eine höhere Arbeitsbelastung erwarten, da überproportional mehr ältere Menschen in ländlichen Räumen verbleiben.


Die Präferenz junger Ärzte zur Niederlassung liegt in einem guten infrastrukturellen Umfeld, in kooperativer Tätigkeit sowie in Angeboten zu Teilzeit- und/oder Vollzeittätigkeit. Oftmals wird ein Angestelltenverhältnis auf Zeit oder Dauer bevorzugt, um finanzielle Belastungen zu vermeiden und Flexibilität in Bezug auf familiäre Änderungen zu erhalten.


Die KVSH bietet verschiedene Lösungsansätze zur Attraktivitätssteigerung zur Niederlassung im ländlichen Raum. Neben finanzieller Investitionsförderung bei Praxisübernahme werden bereits Niedergelassene gefördert, die durch Erwerb abgebender Praxen Angestelltenverhältnisse anbieten und so Standorte erhalten. Gemeinsam mit Kommunen wird nach zentralen Orten mit  infrastruktureller Anbindung gesucht, um die Bildung von Hausarztzentren zu fördern, die um fachärztliche Zweigpraxen ergänzt werden können. Modellhaft ist die deutschlandweit erste Einrichtung in kommunaler Trägerschaft gefördert worden. Entlastung im Notdienst, Delegation von Leistungen an Assistenzpersonal, Telemedizin für Inseln und Halligen sowie Ausweitung von e-Health-Projekten sind weitere Komponenten.