Dr. Klaus Michael Reininger

Lehrstuhl für Sozialpsychologie und Politische Psychologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel


Von 2008 bis 2011 Studium der Psychologie an der Universität Hamburg mit dem Abschluss Bachelor of Science. 2009 und 2010 Ausbildung Problem- und Konfliktberatung (Beratung und Training, Prof. Dr. Alexander Redlich). Anschließend (2010 bis 2012) Ausbildung in Personzentrierter Beratung. Parallel Studium der Politikwissenschaft an der Universität Hamburg. Zudem 2011 bis 2013 ebenda Studium der Psychologie mit dem Abschluss Master of Science. 2012 und 2013 weitere Ausbildung zum Organizational Conflict Guide, Universitätszertifikat Konfliktberatung und Mediation. Abschluss (Master of Arts) in Politikwissenschaft in 2014. Seit 2013 ist Klaus Michael Reininger anerkannter Mediator des Berufsverbandes Mediation (BM®). Im gleichen Jahr hat er sein Promotionsstudium am Arbeitsbereich Pädagogische Psychologie & Motivation begonnen, sei November 2013 als Promotionsstipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Er wurde im November 2016 zum Dr. rer. nat. durch die Universität Hamburg promoviert und arbeitet seit Januar 2017 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel am Institut für Psychologie als wissenschaftlicher Mitarbeiter/Habilitand. Seit 2013 ist er Psychotherapeut in Ausbildung am Institut für Psychotherapie der Universität Hamburg.

 


Thesen im Rahmen der Podiumsdiskussion

Eines der wesentlichen Probleme in der psychotherapeutischen Versorgung hängt mit der Bedarfsplanung zusammen. 1999 wurde der damalige Ist-Zustand als der ausreichende Soll-Zustand gesetzlich festgeschrieben. Dies hat zur Folge, dass beispielsweise Hamburg jetzt zwar statistisch gesehen als zu rund 160% überversorgt gilt, tatsächlich aber die psychotherapeutische Versorgung mit der Anzahl der jetzt zugelassenen Praxen in keiner Weise sichergestellt werden kann und viele Patientinnen und Patienten monatelang auf einen Therapieplatz warten müssen.

 

 

Dabei ist die Situation bei uns anders, als bei den Ärztinnen und Ärzten: Eine Vielzahl gut ausgebildeter Kolleginnen und Kollegen (5 Jahre Studium und 3-5 Jahre Psychotherapieausbildung) möchte gerne in der Versorgung tätig sein und sich auf einem Kassensitz niederlassen. Wir brauchen also dringend eine Reform der Bedarfsplanung, die den tatsächlichen Bedarf abbildet und die Zulassung der für die psychotherapeutische Versorgung erforderlichen Praxen möglich macht.

 

 

In Bezug auf die Psychotherapie-Ausbildungsreform hoffen wir Ausbildungskandidaten und –kandidatinnen sehr, dass bald eine Reform erfolgt. Besonders dringlich ist immer noch, dass studierte Psychologinnen und Psychologen im Rahmen und in Bezahlung eines Praktikums ihre praktische Tätigkeit verrichten müssen und teilweise weniger Entlohnung erhalten, als es der Mindestlohn vorsieht.

 

 

Aber auch die grundsätzliche Entlohnung der bereits niedergelassenen, approbierten Psychologischen Psychotherapeutinnen und –therapeuten ist kein Anlass zur Freude: Unser Berufsstand verdient immer am wenigsten im Vergleich zu Haus- und Fachärzten und erhält bei ungefähr gleicher Arbeitszeit annährend die Hälfte dessen, was der Durchschnitt aller Arztgruppen verdient.